09.10.2014

Wohnungsbau in Berlin: Räumliche Potentiale besser nutzen!

 pressekonferenz 

Heute Vormittag wurde mit einer Pressekonferenz im Abgeordnetenhaus die von Bündnis 90/ Die Grünen in Auftrag gegebene Studie über „Räumliche Potenziale für den Wohnungsbau in Berlin - Strategische Nachverdichtung und Umnutzung im Bestand“ vorgestellt. Im voll besetzten Präsentationsraum standen die Fraktionsvorsitzende Antje Kapek, der bau- und wohnungspolitische Sprecher Andreas Otto und Rocco Zühlke, der mit openBerlin e.V. die Studie durchführte, den JournalistInnen Rede und Antwort.

Um schätzungsweise 250.000 Einwohner wird die Berliner Bevölkerung bis zum Jahr 2030 wachsen. Schon heute gibt es an vielen Orten einen Mangel an Wohnraum. Der vom Senat entwickelte Stadtentwicklungsplan Wohnen (StEP-Wohnen) weißt viele Potentialflächen aus, geht aber nicht weit genug. Mindestens folgende drei Bausteine müssen für einen ganzheitlichen Entwicklungsplan hinzukommen:

1. Der Dachgeschossausbau und die Aufstockung von Gebäuden soll verstärkt geprüft und zur Anwendung gebracht werden.

2. Die Umnutzung der leerstehenden Büro- und Gewerbebauten, Industriearealen sowie nicht mehr benötigten Standorten des Gesundheitswesens oder der Verwaltungen werden konsequent in der Planung zur Schaffung von Wohnraum mitgedacht.

3. Bereits versiegelte Flächen wie beispielsweise Parkplätze oder überdimensionierte Infrastruktureinrichtungen werden durch Überbauung als Wohnraumpotential verstanden.

Der STEP-Wohnen berücksichtigt ausschließlich große Flächenpotentiale ( > 1 ha), kleinteilige Potentiale im innerstädtischen Bereich werden dort überhaupt nicht eingeplant. So weist die vorliegende Studie ein weitaus größeres Bebauungspotential aus. Zur Priorisierung wird eine Kriterien-Matrix vorgeschlagen, nach der die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr, die umliegenden Grün- und Erholungsflächen und die Arbeitsflächen untersucht werden.

Andreas Otto machte deutlich, dass Stadtentwicklung mehr sein muss als Wohnungsbau und die Erschließung von neuem Bauland. Es gebe viele unausgelastete Grundstücksflächen, die Traufhöhe vieler Gebäude könnten auf fünf oder sechs Etagen erweitert werden, z.B. in Weißensee oder Alt-Tegel. Auch viele, teilweise leerstehende, Bürogebäude oder Parkhäsuer seien ausbaufähig. Der Bestand in Berlin müsse qualifiziert und weiterentwickelt werden, um auch die bestehende Infrastruktur nutzen zu können. Der StEP-Wohnen lasse diesen Aspekt jedoch unberücksichtigt. Das grundsätzliche Ziel müsse darin bestehen, nicht weitere Flächen zu versiegeln und die Nachverdichtung zu fördern.

 

  

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