Frische Luft im Klassenraum

05.10.20 von Andreas Otto

 

Der Herbst ist da und der Winter steht bevor. Mit der kalten Jahreszeit stellt sich vor allem in den Schulen wieder die Frage, wie geht das gleichzeitig: frische Luft und warme Räume. Mit dem Covid-19 Virus wird die Frage nach dem richtigen Lüften dieses Jahr noch brisanter. Denn die Infektionszahlen steigen jetzt im Herbst wieder an.

Eine Schülerfirma am Robert-Havemann-Gymnasium setzt auf Selbsthilfe mit einer einfach umzusetzenden Maßnahme. Heute habe ich mich mit den Schüler_Innen zu einem Gespräch getroffen. EnergyEco nennen sie ihr kleines Unternehmen. Das beschäftigt sich mit Energiefragen und Recycling. Im Angebot ist eine Ausbildung zum Energieberater und Kampagnen mit denen sie auch an andere Schulen als Berater_Innen eingeladen werden. Ihr neuestes Projekt heißt "Nur lüften hilft".

Die Klassenräume bekommen Messgeräte, die den CO2-Gehalt der Luft und die Raumtemperatur messen. Die Überlegung hinter der Idee ist simpel: je mehr ausgeatmete Luft im Raum ist, desto höher ist der Co2-Gehalt und der Anteil an Aerosolen, die das Virus übertragen können. Zeigt das Messgerät einen Grenzwert an, wird gelüftet. Lüften bringt wieder Sauerstoff in den Raum und verringert den Anteil der Aerosole. Durch die Messgeräte können Schüler_Innen und Lehrer_Innen selbst sehen, wie oft gelüftet werden muss und welche Lüftungsmethoden am effektivsten sind, also mit welcher Methode der CO2- Gehalt am schnellsten einen akzeptablen Wert erreicht, ohne dass zugleich die Raumtemperatur stark absinkt. Einige Klassenräume haben bereits Anzeigetafeln, welche die Werte für alle sichtbar anzeigen. Die sind allerdings recht teuer. Ausprobiert werden deshalb auch kleine Messgeräte in der Größe eines Weckers. Die praktische Erfahrung zeigt, die Co2-Werte steigen recht schnell an. Und sie sinken sehr schnell wieder, wenn alle Fenster für kurze Zeit geöffnet werden. Die Raumtemperatur sinkt dabei gleichzeitig nur geringfügig. Auf die Frage, ob die Anzeigetafeln und das häufige Lüften nicht zuviel Unruhe in den Unterricht bringen, bekam ich die Antwort, das sei am Anfang schon so gewesen, aber nach einiger Zeit haben sich alle an die Anzeigetafeln gewöhnt und dafür, wie oft die Fenster geöffnet werden stellt sich bald eine Routine ein, bei der der Unterricht nicht mehr gestört wird.

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