Nach gescheitertem Mega-Deal Geld besser in Neubau investieren

11.02.16

 kommentar 

Der VONOVIA-Konzern (367.000 Wohnungen, davon 30.000 in Berlin) wollte den Konkurrenten Deutsche Wohnen (150.000 Wohnungen, davon 100.000 in Berlin) durch ein Aktiengeschäft übernehmen. Die Aktionäre haben abgelehnt.
Mit Milliarden wollte der Marktführer Bestandswohnungen ankaufen. Die Bewohner hätten diese zusätzlichen Schulden abtragen sollen, ohne eine irgendwie geartete Wohnwertverbesserung als Gegenleistung zu bekommen. Die Stadt Berlin und die anderen Kommunen hätten wegen einer Steuersparkonstruktion nicht einmal Grunderwerbssteuer erhalten. Der bloße Immobilienhandel trägt zur Lösung der Wohnungsprobleme in den Ballungsgebieten überhaupt nichts bei. Keine einzige Wohnung würde dadurch neu errichtet.
Nachdem der Deal nicht zustande gekommen ist, sind VONOVIA wie auch Deutsche Wohnen gefordert, ihr Geld lieber in Neubau und die Verbesserung ihrer Bestandsimmobilien zu stecken. Neubau statt Ankauf vergrößert den Wohnungsbestand in Berlin insgesamt und bietet mehr Neuberlinern Platz.
Die Deutsche Wohnen ist in Berlin in der Vergangenheit durch Angriffe auf den Berliner Mietspiegel aufgefallen. Er wurde nicht als Basis bei Mieterhöhungen anerkannt und gerichtlich bekämpft. Dieses Gebaren muss jetzt endlich aufhören.
Berliner Senat und Bundesregierung sind gefordert, dafür zu sorgen, dass die Basis für die Erstellung von Mietspiegeln einheitlich und gerichtsfest geregelt wird. Ein Markt, in dem Großkonzerne agieren, muss gut reguliert sein. Sonst haben die MieterInnen keine Chance.

Kategorie

Aktuelles Baupolitik