Schönfließer Brücke und Vorplatz zusammen planen

08.11.22 von Andreas Otto

Am 8.11.22 hatten wir ein spannendes Bürgerinnengespräch in meinem Wahlkreis zum Ersatzneubau der Schönfließer Brücke, die mit einer Spannweite von über 50 Metern die Schönfließer und die Sonnenburger Straße über sechs Bahngleise hinweg nahe der Schönhauser Allee verbindet. Besonders wichtig ist dabei die Frage, wie der Vorplatz an der Kopenhagener Straße gestaltet werden kann. Ich bedanke mich bei Herrn Huhn, Referatsleiter für Brückenbau in der Senatsverwaltung, Herrn Johnke, Leiter Straßen- und Grünflächenamt im Bezirksamt Pankow, Herrn Beuge, Projektsteuerung beim Bezirksamt Pankow und allen Anwohnerinnen, die da waren, dass sie Zeit gefunden haben für den spannenden Austausch.

Eine Brückenplanung nebst Bau dauert mehrere Jahre. Bei der Schönfließer ist das Verfahren ganz am Anfang und damit besteht die Chance, noch konstruktive Vorschläge und Ideen einzubringen.

Für Ingenieurbauwerke, insbesondere Brücken, ist in Berlin der Senat zuständig. Für die Nebenstraßen jedoch der jeweilige Bezirk. Beide müssen zusammenarbeiten.

Aktuell sind es 835 Brücken um deren Unterhalt und Pflege sich die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz kümmert. Die Schönfließer Brücke als verhältnismäßig kleines Vorhaben soll im Rahmen der Sanierung der Brücke in der Schönhauser Allee parallel neu gebaut werden. Die Überlegung ist, durch den gleichzeitigen Bau an beiden Brücken die Sperrpausen bei der Bahn so kurz wie möglich zu halten.

Die Beauftragung für die Planung des Brückenbaus ist, so Herr Huhn, für 2023 und der Baubeginn für Ende 2024 geplant. Im Moment befinde man sich in der Vorplanung. Das heißt, es werden alle Informationen eingeholt, die für die Planung entscheidend sind. Dazu gibt es Gespräche mit dem Bezirksamt, der Bahn, den Leitungsbetrieben und den Bürgerinnen. Die Bahn möchte zum Beispiel keine Brückenstützen im Gleisbereich. Außerdem soll der Neubau so neben der alten Brücke gebaut werden, dass diese während der Bauzeit weiter benutzt werden kann.
Fest steht, die neue Brücke soll für Fußgänger und Radfahrer sein. Geplant sind sieben Meter Breite. Zum Vergleich, die derzeitige Brücke ist 2,50m breit, der Schwedter Steg 5,5m. Die Kosten sind zunächst mit 3,5 Mio Euro veranschlagt. Eine öffentliche Veranstaltung zum Stand der Planung ist seitens Sen UMVK für 2023 geplant. Herr Johnke fügte hinzu, dass über die Freigabe der Brücke für Rettungsfahrzeuge in Notfällen noch nicht entschieden sei. Technisch wäre es möglich, aber ob eine Freigabe erfolgt, hinge ab vom Ergebnis der verkehrstechnischen Planung.

Von Seiten der Anwohnerinnen wurden Aspekte eingebracht, bei denen es durchaus zu Zielkonflikten kommen kann: Einerseits ist eine Brücke mit Aufenthaltsqualität gewünscht, vielleicht mit Sitzmöglichkeiten und über die ganze Straßenbreite der Sonnenburger Straße. Andererseits wäre es unerwünscht, wenn das dann für nächtliche Partys genutzt wird. Einerseits soll die Brücke für alle Arten von Fußgängern und Radfahrern gemeinsam nutzbar sein, andererseits ist eine Radschnellverbindung am besten bis in den Mauerpark wünschenswert. Solche Fragen müssen bei der konkreten Ausgestaltung im Detail geklärt werden.

Ein großes Interesse allerdings teilen alle Anwohnerinnen und zwar ohne Zielkonflikt. Nämlich die Gestaltung des Straßenraums an der Brücke in der Sonnenburger Straße vor der Kneipe Kohlenquelle. Diese Fläche muss in die Planungen einbezogen werden.

Herr Huhn vertrat den Standpunkt, für eine eher kleine Brücke einen umfangreichen Planungswettbewerb zu veranstalten, sei zu aufwendig. Die Senatsverwaltung UMVK setzt deshalb darauf, dass das auszuwählende Planungsbüro die vielen qualifizierten Vorschläge aus der Bürgerschaft aufgreift und dadurch eine optimale Lösung entsteht. Gesetzt sind die starren Vorgaben der Deutschen Bahn, insbesondere zur Frage der Höhenlage der Brücke. Sollte sie wie die alte Brücke ca. einen Meter über Straßenniveau liegen müssen, entsteht der Bedarf nach einer Rampenkonstruktion. Aber auch dieser eventuelle Bedarf wird erst mit Beginn der konkreten Planungen im Jahr 2023 klar werden.

Mein Fazit: Die neue Brücke wird ein echter Fortschritt für die Verbindung von Gleimviertel und Arnimkiez. Sowohl für Fuß- und Radverkehr, als auch für Schulwegsicherheit und Aufenthaltsqualität. Entscheidend für das Gelingen des Gesamtprojektes ist aber, dass auch der Vorplatz an der Kopenhagener Straße eine neue Gestaltung erhält. Mit mehr Aufenthaltsqualität und gleichzeitig so, dass nicht zusätzliche nächtliche Ruhestörungen generiert werden.
Die blödeste Situation wäre, wir bekommen eine neue Brücke mit Rampe und der Vorplatz bleibt wie er ist.
 

Bericht zum aktuellen Sachstand in Sachen Neubau der Schönfließer Brücke vom Bürgerverein Gleimviertel

Informationsseite des Senats zum Ersatzneubau Schönfließer Brücke

 

Kategorie

Baupolitik Pankow