Solare Architektur statt Betonbunker

16.06.22 von Andreas Otto

Wie ein Haus aus Holz, Stroh und Lehm aussieht, wenn es fertig ist, konnte ich am 16.06. in der Nähe von Verden (Aller) besichtigen. Uli Steinmeyer von "Öko Plus" hat uns zwei Mehrfamilienhäuser gezeigt. Das eine steht schon seit einigen Jahren. Es wurde mit einer Holzkonstruktion errichtet, mit Stroh gedämmt und mit Lehm (innen) und Kalk (außen) verputzt.
Das zweite ist noch im Bau, kurz vor der Fertigstellung. Hier kamen mit Zellulose gefüllte Holzbausteine zum Einsatz.

Entgegen der Geschichte mit dem bösen Wolf und den drei Schweinchen gibt es beim bauen mit Stroh, Holz und Lehm heute keine konstruktiven Nachteile zum Steinbau was Stabilität, Langlebigkeit und Brandschutz betrifft. Gepresstes Stroh ist so stabil, das es sogar für tragenden Wände verwendet werden kann.

Beide Häuser haben Passivhausstandard. Das noch im Bau befindliche Haus wird über die große Solaranlage auf dem Dach am Ende mehr Energie erzeugen, als verbraucht wird. Im Prinzip wird hier auf alte Handwerkskunst zurück gegriffen. Nun aber im Verbund mit moderner Technik und modernen Konstruktionsmöglichkeiten.
Interessant auch der Kontrast zu den Häusern gleich daneben: ein gelb gestrichenes Solarhaus hier, ein dunkler, bunkerartiger Würfel dort.


Ein Mehrfamilienhaus gebaut mit Holz, Lehm und Stroh.

Das Dach muss überstehen, den Hausputz vor dem Regen zu schützen.


Fensterlaibung und Fensterbrett im Haus mit Strohdämmung.


Treppenhaus aus Holz.


Neubau für vier Familien.


überstehendes Dach


Holzbaustein


Die Holzbausteien sind mit Zellulose gefüllt.


Uli Steinmeyer erklärt den Schallschutz. Der Boden besteht aus Holz, Kies, Kokos, Holz und Dielen.


Lehmputz im Innenbereich. Dahinter ist heizschlangen für die Wandheizung.


Moderne Technik im Ökohaus.


Dieses Haus aus Holz steht schon über zehn Jahre.


Ein Gründach unter dem das Haus kaum noch zu sehen ist.

 

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