Kommentar 

07.04.14

BER Kommentar zum Brief von Harald Siegle

Der leitende Mitarbeiter der Flughafengesellschaft, Harald Siegle, hat in einem 20seitigen Brief an den Geschäftsführer Herrn Mehdorn nicht nur gegen die Auflösung seines Verantwortungsbereiches Real Estate Management protestiert, sondern eine Flut von Problemen benannt.


Wir alle fragen uns, wieso in den fast zwei Jahren seit der Absage des BER-Starts keine Fortschritte bei der Inbetriebnahme zu erkennen sind. Aus heutiger Sicht muss folgendes konstatiert werden:

1. Der Aufsichtsrat und die Spitze der Flughafengesellschaft hatten 2012 weder eine Idee, wie der BER fertig gestellt werden könne, noch die Kraft, überhaupt eine Art Krisenmanagement zu beginnen. Wegen des politischen und öffentlichen Druckes war das Handeln von Herrn Wowereit & Co zuvorderst auf das Retten des eigenen Kopfes ausgerichtet. Das Milliardenprojekt BER wurde für diese Personen nachrangig.

2. Der neue Geschäftsführer Technik, Herr Amann, begann seine Bestandsaufnahme mit der Absetzung weiterer Erfahrungsträger, um eine unbelastete Arbeit machen zu können. Dieser Plan scheiterte an zwei Dingen. Die Baustellenarchäologie brachte außer immer wieder aufgerufenen Zahlen von mal 20.000, mal 60.000 unspezifizierten Mängeln kein Ergebnis, das in eine konkrete Planung und Bautätigkeit mündete. Das zweite Faktum war der Kleinkrieg zwischen Amann und dem später eingestellten Gf. Hartmut Mehdorn, was in der Absetzung Amanns endete.

3. Herr Mehdorn lässt seit einem Jahr ein sogenanntes Sprintteam arbeiten, das offenbar hauptsächlich aus Nichttechnikern besteht. "Wo laufen sie denn, wo laufen sie denn hin?" möchte man fast mit Loriot fragen. Wenn es nicht so verdammt schlimm und teuer wäre.
Der Erfolg dieses Teams besteht bisher nur in seiner Existenz. Ergebnisse liegen nicht vor. Weder gibt es konkrete Planungsunterlagen, noch eine bauliche Umsetzung von Maßnahmen.

4. Der Brief von Herrn Siegle illustriert das seit spätestens 2012 sichtbare, aber schon viel früher einsetzende Organisationsversagen bei der Flughafengesellschaft. Die von ihm unter Ziffer 10.1 seines Briefes vorgeschlagenen Handlungsempfehlungen wie Kompetenzregelungen, Terminplanung, Nachtrags- und Änderungsmanagement oder die Erstellung eines Sanierungskonzeptes sind trivial und werfen die Frage auf, weshalb auch nach zwei Jahren Krise nichts davon funktioniert.
Und er wirft die Frage auf, wer Interesse hat, dass nichts vorangeht. Zumindest alle, die statt Werk- Dienstverträge haben und nach Stundensatz bezahlt werden, sind nicht böse über weitere Jahre am BER.

Jeder Tag Flughafen-Chaos kostet ca. 1 Mio Euro. Dazu kommt der Schaden am Ruf für den Flughafen, für Berlin und für ganz Deutschland. Verantwortlich dafür sind Gesellschafter und Aufsichtsrat, die unser aller Geld verschwenden und sich um nichts kümmern.

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